04.02.2026 – tk. Der Umweltausschuss des Kreistages tagte am 03.02.2026 in Stralsund. Auf der Tagesordnung stand u.a. der Punkt KWK-Anlage für die LNG-Störfallanlage Mukran. Der Betreiber des LNG-Terminals (Deutsche ReGas) sollte sich gegenüber den Abgeordneten erklären, warum die Landstromanlage nicht gebaut werden soll, obwohl sie von Beginn an immer Thema und Teil der Betriebsgenehmigung war.
Dazu reisten fünf Mitarbeiter von ReGas an.
Abgeordnete verwiesen darauf, dass im Kreistag Vorpommern-Rügen über alle Fraktionen hinweg eine ablehnende Haltung zum LNG-Terminal Mukran bestehe und die von der damaligen Bundesregierung vorangetriebene Inbetriebnahme auf heftige Kritik stieß.
Zu erfahren war dann u.a., dass der damalige SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz die Idee einer Landstromanlage in die Diskussion einbrachte, noch für das LNG-Terminal in Lubmin. Davon nahm ReGas für den Standort Mukran Abstand und will weiterhin schiffseigene Generatoren nutzen. Eine Landstromanlage würde zudem Frequenzen erzeugen, die die Schiffe nicht nutzen könnten. Man nutze Gas, das ohnehin entweicht, um die Schiffe zu betreiben. Das sei hinsichtlich von Immissionen die bessere Lösung. Das hätte jeder Bürger auf den 500 Seiten Erläuterungen in den Antragsunterlagen selbst nachlesen können, so eine ReGas-Mitarbeiterin. (Die 2000 Seiten umfassenden Antragsunterlagen lagen im Oktober/November 2025 in zwei Ordnern in Stralsund und Sassnitz – aber nicht online – aus.)
Der Betrieb des LNG-Terminals ohne KWK-Anlage sei beantragt und man warte auf die Genehmigung. Ursprünglich wollte ReGas die Änderung nur anzeigen. Das StALU bestand auf ein immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren. Das war dann vom Bundesverwaltungsgericht auch bestätigt worden.
Die Abgeordneten verwiesen auf die anhaltenden Lärmbeschwerden. Diese seien aus Sicht des Betreibers nicht nachvollziehbar. Sie hielten alle Grenzwerte ein. An zwei Stellen sind – wie in der Genehmigung vorgeschrieben – Messgeräte aufgestellt. Am Tanker werden die Emissionen, die von den schiffseigenen Generatoren ausgehen, und in der Nähe des „Hülsenkruges“ die dort messbaren Immissionen aus dem Hafen gemessen. Diese Rohdaten werden dem StALU übermittelt. Eine Auswertung erfolgt dann durch Experten, die das Überlagern von Immissionen aus unterschiedlichen Quellen mit Betriebsdaten des FSRU abgleichen. ReGas habe dafür ein Büro beauftragt.
Mehrere Abgeordnete machten deutlich, dass die Lärmbeeinträchtigungen selbst in Prora und Sassnitz auftreten. Nach längerer Diskussion, ob und wie Daten transparent und für Bürger nachvollziehbar veröffentlicht werden könnten, zeigten die ReGas-Vertreter Verständnis, man nehme den Wunsch wahr, aber das sei nicht ihre Aufgabe.
Auf den Einwand einer Kreistagsabgeordneten (Dr. Carmen Kannengießer), dass Lärm – vor allem wegen der Dauerbelästigung – krank machen kann, verwies die ReGas-Mitarbeiterin auf den sogenannten Schutzanspruch, der sich u.a. aus dem Landesentwicklungsplan für den Hafen Mukran ergebe. Der würde sogar 6 DB darunter eingehalten.
Der Leiter des StALU machte folgenden Vorschlag: Gemeinsam mit der Hafenleitung, dem StALU, der LUNG und der Stadtverwaltung Sassnitz – aber ohne ReGas – sollen die Immissionen am Standort Hafen insgesamt erfasst und bewertet werden. Das hätte auch mit Blick auf weitere Unternehmensansiedlungen Bedeutung.
Abgeordnete fragten nach, was mit der Abwärme des LNG-Terminals für die Fernwärmeversorgung in Sassnitz sei. Die gäbe es nicht und außerdem seien keine Verträge mit Sassnitz geschlossen worden. Die Sassnitzer Stadtvertretung hatte in der letzten Stadtvertretersitzung weiterhin auf die KWK-Anlage bestanden.
Foto: LNG-Tanker auf Reede vor Mukran

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